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Radiologische Überwachung des belgischen Staatsgebiets

Radiologische Überwachung des belgischen Staatsgebiets

Radiologisches Überwachungsprogramm

Das radiologische Überwachungsprogramm ermöglicht die Messung der künstlichen und natürlichen Radioaktivität in Luft, Regenwasser, Oberflächen- und Trinkwasser, Böden und Sedimenten von Flüssen, Küstengebieten (Meeressedimente und Meeresprodukte), Produkten der Nahrungsmittelkette (Milch, Fleisch, Fisch, Gemüse) usw. 

Die radiologische Überwachung des Staatsgebietes umfasst zwei sich ergänzende Komponenten:

  • Überwachung des gesamten Hoheitsgebietes: außerhalb von Gebieten, in denen kerntechnischen Tätigkeiten in erheblichem Umfang stattfinden. Sie gibt insbesondere Hinweise darauf, welcher Menge an Radioaktivität die Bevölkerung auf natürliche Weise ausgesetzt ist. Sie erstreckt sich vor allem auf Gebiete, die von Standorten kerntechnischer Anlagen weit entfernt sind, beispielsweise die Küstenregion, sowie sogenannte „Referenzgebiete“ wie den Ballungsraum Brüssel. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Überwachung von Industriestandorten ohne kerntechnische Anlagen sowie bestimmten Deponien.
  • Engmaschige Überwachung von Standorten kerntechnischer Anlagen, an denen Aktivitäten erfolgen, die möglicherweise radiologische Auswirkungen auf die Umwelt haben. Sie bezieht sich insbesondere auf folgende Standorte:
    • die Kernkraftwerke Doel und Tihange
    • das belgische Staatsgebiet in der Umgebung des französischen Kernkraftwerks Chooz
    • das Kernforschungszentrum (SCK-CEN) in Mol
    • die Standorte von Belgoprocess, Belgonucléaire, und FBFC International, in Mol und in Dessel
    • das Landesinstitut für Radioelemente (IRE) in Fleurus

Die radiologische Überwachung betrifft auch Anlagen, in denen Radionuklide eingesetzt werden, wie Krankenhäuser, Universitäten und bestimmte nicht kerntechnische Industriebranchen (NORM-Industrien). Deponien, insbesondere für Phosphorgips, werden ebenfalls überwacht.

In der Praxis wird die radiologische Überwachung des Staatsgebiets, die sich sowohl auf die Menge an künstlicher Radioaktivität als auch auf die Menge an natürlicher Radioaktivität bezieht, auf zwei Arten durchgeführt:

  • kontinuierlich: über das automatische Radioaktivitätsmessnetz (TELERAD)
  • diskontinuierlich: über Analysen und regelmäßige Probenahmen vor Ort, die dann analysiert werden.

Die Ergebnisse der beiden Überwachungssysteme können auf der Website der Agentur in Echtzeit eingesehen werden.

Vorteile der beiden Systeme

  •  Der Vorteil eines automatischen Messnetzwerks besteht darin, dass die Messungen 24 Stunden am Tag durchgeführt werden und die Ergebnisse fast sofort verfügbar sind. Dies bedeutet, dass mit einem solchen System auch schnell reagiert werden kann, sobald die Strahlung einen vorgegebenen Wert überschreitet, indem automatisch ein Alarm gesendet wird.
  •  Die Durchführung von Messungen in Laboratorien hat den Vorteil, dass bereits sehr niedrige Nachweisgrenzen erfasst werden, sodass auch kleinste Mengen radioaktiver Stoffe nachgewiesen werden können.

Radiologische Überwachungsberichte für Belgien

Diese Berichte fassen die Ergebnisse zusammen, die im Rahmen der radiologischen Überwachung der nationalen Umwelt erzielt wurden. Sie sind in FR, NL und EN verfügbar.

 

 

last update: 
10/06/2020